(fg) Die Auswirkungen nach dem Bombenfund in Pforzheim sind enorm und gehören zu den größten Maßnahmen der vergangenen Jahre deutschlandweit:
Bei Bauarbeiten wurde Mitte der Woche in Pforzheim eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Für die Entschärfung müssen am heutigen Sonntag rund 30.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen.
Bei der Bombe handelt es sich um eine eher seltene 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe mit 1,35 Tonnen Nettoexplosivstoffmasse. Eine Luftmine des Typs HC 4000 – selbst für Experten nichts Alltägliches. Der Kampfmittelräumdienst wird bei diesem Bombentyp mehrere Zünder entfernen müssen – eine Herausforderung für die Spezialisten.
Über 1.500 Rettungskräfte aus der ganzen Umgebung sind seit Sonntagfrüh im Einsatz um die Evakuierungsmaßnahmen zu übernehmen – betroffen sind dabei auch Pflegeheime. Der Evakuierungsradius schließt auch den Hauptbahnhof und ZOB mit ein. Die Stadt richtete Notunterkünfte und Sammelpunkte ein.
Vereinzelt wollten Personen den Evakuierungsradius nicht verlassen, teilte die Polizei mit. Die Entschärfung verzögerte sich dadurch am Sonntagmittag.
Auch rund 40 Insassen der Abschiebehaftanstalt wurden evakuiert und in eine andere JVA verlegt. Das Helios-Krankenhaus konnte von der Evakuierung ausgenommen werden, da hier ein Schutzwall errichtet wurde um eine mögliche Druckwelle abzufedern.
Gegen 15 Uhr dann Aufatmen in Pforzheim: Die Fliegerbombe konnte erfolgreich entschärft werden. Der Evakuierungsradius wurde wieder freigegeben. Mit einer Ausnahme: Der Park, in welchem die Bombe gefunden wurde, bleibt aber noch für die Öffentlichkeit gesperrt. Einer der größten Einsätze in der Geschichte Pforzheims geht zu Ende.