Samstag, 21. März 2026, 23:00 Uhr
Forst, Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg
- News-Nr.: 3787
Zugunglück als Szenario für große Katastrophenschutzübung mitten in der Nacht in Forst im Kreis Karlsruhe:
Schweres Zugunglück im Eisenbahntunnel der Schnellbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart wird simuliert – ICE entgleist im Tunnel, rund 50 ,,Verletzte“ – Großalarm zahlreicher Feuerwehr und Rettungskräfte – auch die beiden Rettungszüge aus Mannheim und Stuttgart sind im Einsatz
Große Übung dauert die ganze Nacht von Samstag auf Sonntag – Deutsche Bahn sperrte die Zugstrecke in der Nacht um die Übung zu ermöglichen
(fg) Ein realistisches Katastrophenszenario stellte in der Nacht auf Sonntag zahlreiche Einsatzkräfte aus der Region vor eine anspruchsvolle Herausforderung:
Kurz nach 23 Uhr begann eine groß angelegte Übung auf der Schnellbahnstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart. Angenommen wurde die Entgleisung eines ICE mit rund 50 Personen an Bord in einem Tunnel.
Die Übung war in zwei Einsatzabschnitte gegliedert – wie es auch im realen Ernstfall erforderlich wäre. Der westliche Abschnitt konzentrierte sich auf das Tunnelportal nahe der A5 zwischen Forst und Hambrücken, während der östliche Abschnitt das Tunnelportal zwischen Forst und Ubstadt-Weiher umfasste.
Zahlreiche Kräfte waren im Einsatz, darunter die Feuerwehren aus Forst, Hambrücken, Graben-Neudorf und Bruchsal. Unterstützt wurden sie vom Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes mit mehreren Bereitschaften, der Deutsche Bahn, einer Drohnenstaffel der Feuerwehr Kronau sowie dem Bevölkerungsschutz. Auch Vertreter der Kommunalpolitik verschafften sich vor Ort ein Bild der Lage.
Eine zentrale Rolle spielten zwei Rettungszüge, die aus Mannheim und Stuttgart anrückten und jeweils an einem Tunnelportal zum Einsatz kamen. Diese Spezialzüge bestehen aus einer Sanitäts-, Technik- und Pendelkomponente. Sie fahren bis zur Schadensstelle in den Tunnel ein, setzen dort benötigte Module ab und pendeln anschließend zwischen Unglücksort und den Bereitstellungsplätzen.
An beiden Tunnelportalen richteten die Einsatzkräfte Behandlungsplätze ein. Dorthin wurden die Verletzten gebracht und medizinisch versorgt. Die Rettung der „Fahrgäste“ erfolgte teils über die Rettungszüge, teils konnten sich einige Betroffene eigenständig aus dem Tunnel ins Freie retten.
Der Einsatz dauerte die gesamte Nacht und zog sich bis in die Morgenstunden des Sonntags. Parallel wurde ein Führungsstab auf Kreisebene eingerichtet, um die Lage zentral zu koordinieren und zu steuern.
Ziel der Großübung war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Ein derart komplexes Katastrophenszenario erfordert ein hohes Maß an Abstimmung, Kommunikation und logistischer Planung – Fähigkeiten, die im Ernstfall über Menschenleben entscheiden können.
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